Warum?

Die Landwirtschaft und der ländliche Raum in Deutschland haben sich in den letzten 50 Jahren massiv gewandelt. Und der genaue Blick auf die Architektur von Höfen und landwirtschaftlichen Gebäuden lässt zahlreiche sehr grundlegende Veränderungen erkennen, die im besten Fall oft nur noch als „zweckmäßig“ bezeichnet werden können. Das ist nicht zuletzt die Folge einer Bauweise, die sich primär an den veränderten Bewirtschaftungsformen und -techniken orientierte, der Architektur und der Landschaftsarchitektur aber nur allzu oft eine nachgeordnete Bedeutung zumaß. Natürlich dürfen in diesem Zusammenhang nicht die Verdienste des privaten und öffentlichen Denkmalschutzes geschmälert werden. Aber ein allein fachgerecht renoviertes Stallgebäude hilft dem Landwirt wenig, wenn er es nicht nach modernen Maßstäben nutzen kann.

Darum!

Ausgehend von den ursprünglichen Wohn- und Wirtschaftsgebäuden muss darüber nachgedacht werden, in welcher zeitgemäßen Architektur und Landschaftsarchitektur eine zeitgemäße Landwirtschaft möglich ist. Im besten Fall setzen sich Architekten und Landschaftsarchitekten mit den Anforderungen der heutigen Landwirtschaft und Landwirte mit den Entwicklungen in der Architektur auseinander und finden so gemeinsam zu einer neuen, nachhaltigen Gestaltung landwirtschaftlicher Gebäude und ihrer Einbettung in die sie umgebende Landschaft.

Dafür gibt es inzwischen erste beeindruckende Beispiele: ganze Hofstellen, Wohnhäuser, Ställe und Scheunen, Ferienwohnungen und Verkaufsräume, Gärten und Außenanlagen auf Ackerbau-, Milchvieh- und Veredelungsbetrieben, auf Weingütern oder Pferdebetrieben. Sie prägen damit in hervorragender Weise das Bild der heutigen Landwirtschaft und leisten so einen großen Beitrag zu ihrer öffentlichen Akzeptanz und Wertschätzung. Sie verdienen daher eine größere Beachtung und eine entsprechende Auszeichnung!